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Von der Plotterdatei zur Applikation

11140041_1052104891478034_1789028153759064995_nGerne stelle ich heute einen wunderbaren und so liebevoll erstellten Gast-Beitrag von Inga Bäumgen von Die Bonbon-Näherei vor. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auf ihrem Facebook-Blog einen Besuch abstattet und euer Däumchen dalässt 🙂 .

Liebe Inga, herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag! Los geht’s:

Heute möchte ich euch gerne zeigen, wie ihr relativ einfach aus einer bestehenden Plotterdatei, oder aber auch einem einfachen Bild, zu einer effektvollen Applikation kommt. Und das ganz ohne Stickmaschine!

Was ihr dazu braucht:

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  • Stoffreste
  • abreißbares Stickvlies, im Idealfall wasserlösliches
  • Nähmaschine
  • farblich passendes Garn
  • Plotter mit Stifthalter (es geht auch ohne, aber mit Plotter macht es einfach mehr Spaß!)
  • Trickmarker

Zunächst öffnet ihr eure Plotterdatei in der Schneidesoftware eures Plotters (wenn ihr denn einen habt, falls nicht, dann kommt nach der Bilderstrecke eine Alternative). Je einfacher das Bild ist, umso leichter ist es, dieses zu applizieren. Die Hasendateien, zu denen auch das “Hasenfreundchen” zählt und die ich von Plotterdateien.ch by Kronenkind habe, eigenen sich besonders gut, da diese in zwei verschiedenen Ausführungen kommen – für einen einfarbigen oder aber einen mehrfarbigen Plott. Die Grafik für den einfarbigen Plott besteht letztendlich nur aus den dicken Umrissen des Bildes. Die vermeintlichen Schnittkanten dafür sind auf dem Bild sehr gut zu erkennen. Hier wollen wir den Plotter jedoch nicht zum Schneiden nutzen, sondern zum Zeichnen. Dazu wird der Stifthalter zusammen mit einem Trickmarker eingesetzt. Entsprechend wird in den Schnitteinstellungen anstelle des Messers der Skizzierstift ausgewählt.

 

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Gezeichnet wird auf Stickvlies, welches ihr auf die Schneidematte klebt. Habt ihr Position und Größe der Grafik richtig ausgewählt, dann könnt ihr den Plotter starten.

 

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Hat der Plotter sein Werk vollbracht, dann geht es an die Nähmaschine. Zunächst einmal muss aber die Grafik an der gewünschten Stelle positioniert werden.

Wollt ihr ein Kleidungsstück nähen, empfiehlt es sich, den Stoff nach dem Zuschnitt, aber vor dem Nähen mit der Applikation aufzuhübschen. Beim fertigen Kleidungsstück könnte es knifflig werden, den Stoff beim Applizieren ohne Probleme unter der Nähmaschine hindurchzuführen.

Auf die untere Stofflage, die praktisch dem Hintergrund entspricht, wird nun eine zweite gelegt, aus dem Stoff, aus dem die Applikation sein soll. Obendrauf kommt das Stickvlies mit dem Bild.

Alles mit ein paar Stecknadeln fixieren. So kann später nichts mehr verrutschen.

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Nun wird mit der Nähmaschine einfach an den Konturen entlang genäht. Ob ihr dafür einen Dreifachgeradestich nehmt oder lieber mehrere einzelne Geradstichnähte wählt, bleibt euch überlassen. Für letzteres empfiehlt es sich jedoch wasserlösliches Stickvlies zu nehmen, da sonst das spätere Entfernen der Vlieslage eine ganz schöne Fummelarbeit wird.

Bei dieser Plotterdatei kann man ganz prima zwischen den eigentlichen Schnittlinien entlang nähen. Ich habe mich hier für den Dreifachgeradestich entschieden und damit insgesamt zweimal über jede Stelle genäht.

Wenn man langsam genug näht und zwischendruch immer wieder pausiert, den Nähfuß anhebt und den Stoff dreht, bevor man den Nähfuß wieder senkt und weiternäht, kann man auch mit einem ganz normalen Nähfüßchen und mit Stofftransport tolle Ergebnisse erzielen.

Wer lieber “Nähmalen” möchte, nimmt einfach einen Stickfuß und stellt den Stofftransport ab. (Mir persönlich liegt das noch nicht so ganz, aber ich arbeite dran.)?

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Habt ihr alle vorhandenen Linien nachgenäht? Dann können noch vorhandene Fadenenden auf der Vorderseite mit einer Nadel auf die Rückseite gezogen und dort fest verknotet werden. Nach dem Abschneiden der überstehenden Fäden sollte die Rückseite so in etwa aussehen:

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Auf der Vorderseite kann das Stickvlies nun vorsichtig entfernt werden. Dadurch, dass es durch die Naht perforiert wurde, lässt es sich relativ leicht abreißen.

Verwendet ihr wasserlösliches Stickvlies so können noch verbleibende Fitzelchen ganz einfach mit ein wenig Wasser entfernt werden. Das ist besonders gut geeignet, wenn ihr, anders als ich hier, nicht mit einem Dreifachgeradstich genäht habt, sondern mit mehreren parallelen Einfachgeradstichnähten.

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Nun kann der überstehende Stoff knappkantig parallel zur Naht abgeschnitten werden. Dabei aber gaaaaanz doll aufpassen, dass nicht versehentich in die untere Stofflage geschnitten wird! Wer es ein bisschen rustikaler mag, kann den umstehenden Stoff auch weniger säuberlich abschneiden.

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Das Innere der Applikation wird in diesem Fall nicht ausgeschnitten. Appliziert man jedoch Schriften oder ähnliches, so ist können die kleinen Innenteile vorsichtig mit einer Nagelschere ausgeschnitten werden. Doch auch hier gilt: Bitte die untere Stoffschicht heile lassen! Sonst ärgert ihr euch nachher tierisch! (Ich weiß wovon ich rede…)?

 

Fast fertig, fehlt nur noch das kleine Herz…

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Das Herz wird einfach mit einem Stoffrest in einer anderen Farbe, nach genau der gleichen Technik appliziert.

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Nachdem nun auch hier die Fadenenden auf der Rückseite verknotet wurden und der überstehende Stoff vorsichtig abgeschnitten wurde, sieht das Ganze so aus:

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Und fertig ist die niedliche Applikation!!!:-) Nun kann das Kleidungsstück fertig zusammengenäht werden und das Endresultat darf bestaunt werden.

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Alternative für die Plotterlosen:

Natürlich funktioniert das Ganze auch ohne Plotter und Stifthalter, aber es macht einfach nur halb soviel Spaß!:-) Man kann natürlich auch einfach ein beliebiges Bild auf das Stickvlies abpausen, aber das klingt doch fast schon ein wenig langweilig, oder?

Mit in wenig Übung geht einem das Applizieren immer leichter von der Hand und natürlich lassen sich auf diese Art und Weise auch mehrsschichtige Motive applizieren. Probiert es einfach aus!?

 

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